1996-2005 Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main
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Biografie

Maria Schell wird am 15. Januar 1926 als Margarethe Schell, genannt „Gritli“, in Wien geboren. Ihre Eltern sind Künstler: Vater Ferdinand Hermann Schell ist Schriftsteller und Drehbuchautor, Mutter Margarethe Noé von Nordberg Schauspielerin. Sie wächst mit drei Geschwistern auf, Carl, Maximilian und Immy. Auch sie werden Schauspieler.

Die Lehrjahre der angehenden Schauspielerin beginnen in Zürich, wo die Familie seit 1938, dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland, lebt. Bereits 1942 spielt Maria Schell ihre erste kleine Rolle in dem Film STEIBRUCH (CH 1942, R: Sigfrit Steiner). Nachdem sie eine kaufmännische Ausbildung absolviert hat, besucht sie die Schauspielschule in Zürich, arbeitet parallel aber auch bereits an Theatern. 1948 feiert sie mit dem Film DER ENGEL MIT DER POSAUNE (A 1947/48, R: Karl Hartl) erste Erfolge. In den folgenden Jahren pendelt die gefragte junge Schauspielerin zwischen Zürich, Wien und London, bis schließlich der deutsche Film sie entdeckt. Mit Produktionen wie ES KOMMT EIN TAG (BRD 1950, R: Rudolf Jugert) an der Seite von Dieter Borsche oder BIS WIR UNS WIEDERSEHEN (BRD 1952, R: Gustav Ucicky) mit O.W. Fischer wird sie zum Star des deutschen Nachkriegskinos.

Der internationale Durchbruch gelingt ihr mit der Hauptrolle in Helmut Käutners DIE LETZTE BRÜCKE (A/YUG 1953/54, R: Helmut Käutner), für den sie bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet wird. 1956 erhält sie in Venedig die Coppa Volpi für die Titelrolle der Wäscherin in der realistischen Zola-Adaption GERVAISE. Es folgen Engagements in Hollywood: THE BROTHERS KARAMAZOV (USA 1957/58, R: Richard Brooks) mit Yul Brunner, THE HANGING TREE (USA 1958/59, R: Delmer Davis) mit Gary Cooper und CIMARRON (USA 1959-61, R: Anthony Mann) mit Glenn Ford.

Neben ihrer Arbeit bei internationalen Filmproduktionen steht Maria Schell immer wieder auf der Theaterbühne. Versehen mit einem enormen Arbeitspensum wechselt sie in diesen Jahren Film-Set und Bühne, pendelt zwischen den USA, Deutschland, Frankreich und Österreich.

Erste Erfahrungen mit dem Medium Fernsehen sammelt Maria Schell bereits in den 60er-Jahren in den USA. Seit den frühen 1970er Jahren ist sie verstärkt im deutschen Fernsehen präsent, z.B. in Episodenhauptrollen beliebter Krimiserien wie Derrick oder Der Kommissar, aber auch in einigen bemerkenswerten Fernsehspielfilmen wie Marie (1972, Regie Hans W. Geissendörfer) und Immobilien (1973, R: Otto Jägersberg).

Einer ganzen Generation ist Maria Schell durch ihre Hauptrolle der Mutter Maria in der ARD- Vorabend-Serie Die glückliche Familie bekannt. Als liebevolle Mutter von drei Töchtern regelt sie Haushalt und Karriere, kümmert sich um die Kinder, den Ehemann und die großen und kleinen Probleme der Familie Behringer.

Die Rolle als Teil einer Großfamilie ist Maria Schell auch aus dem eigenen Leben vertraut. Immer wieder macht sie deutlich, wie wichtig ihr die Familie ist. Maria Schell war zweimal verheiratet: von 1957 – 1965 mit dem deutschen Regisseur Horst Hächler und von 1966 – 1986 mit dem österreichischen Maler, Schauspieler und Regisseur Veit Relin. Sie hat zwei Kinder: Sohn Oliver wurde 1962 geboren, Tochter Marie-Theres kam 1966 zur Welt.

Seit Mitte der 1990er Jahre sieht man Maria Schell immer seltener auf den deutschen Bildschirmen. Sie lebt zurückgezogen auf der Alm in Kärnten, die Yellow Press berichtet schonungslos über ihr Privatleben. 2002 zeichnet Maximilian Schell in seinem Dokumentarfilm MEINE SCHWESTER MARIA ein persönliches Portrait seiner Schwester, für das er mit dem Bambi für die beste Regie ausgezeichnet wird. Gleichzeitig erhält Maria Schell ihren 8. Bambi, den Bambi für ihr Lebenswerk. Es ist ihr letzter öffentlicher Auftritt.
Maria Schell stirbt am 26. April 2005 auf ihrer Alm in Kärnten.


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